Alles was du über Melatonin wissen musst

Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein körpereigener Botenstoff, welcher ein schnelleres Einschlafen durch eine Verringerung der Einschlafzeit unterstützt. Vereinfacht gesagt, fördert das Melatonin das natürliche Einschlafen und den gesunden Schlaf des Menschen. Melatonin wird unter anderem in der Zirbeldrüse, einem Teil des Zwischenhirns produziert und natürlicherweise zum Abend hin ausgeschüttet. So erhält der Körper ein Einschlafsignal, das mit Müdigkeit einhergeht. Als Gegenpart zum Melatonin produziert der Mensch das Wachhormon Serotonin bei Tageslicht. Dieses ist für unsere Wachphasen zuständig und steht in Wechselwirkung zur Bildung des Melatonin.
Melatonin wird von einer Vielzahl von Personen mit hauptsächlich zwei Absichten eingenommen: Die Linderung der Symptome von Jetlag und das Bekämpfen von Schlafstörungen durch eine Verringerung der Einschlafzeit.

 

Was macht Melatonin?

Melatonin wird im Normalfall ganz natürlich zum Abend hin ausgeschüttet. Diese verstärkte Ausschüttung des Botenstoffes gibt dem Körper ein Einschlafsignal und bereitet ihn durch eine müde machende Wirkung auf den bevorstehenden Schlaf vor. Natürlicherweise steigt die Konzentration von Melatonin im Körper bereits am frühen Abend an und erreicht den höchsten Wert zwischen zwei Uhr nachts und vier Uhr morgens. Wellen des typischen Tageslichts führen, wenn sie auf die Netzhaut im Auge treffen dazu, dass die Melatoninproduktion im Körper gehemmt wird.
Daneben wurden bisher mindestens 38 Ernährungs-Nutzwirkungen von Melatonin nachgewiesen, welche nicht den Schlaf betreffen. In verschiedenen Studien wurden positive Auswirkungen von Melatonin auf den menschlichen Stoffwechsel, Gewichtsregulation, Diabetes und Herzkreislaufleiden untersucht. Sogar die Krebsforschung setzt Hoffnungen auf den Botenstoff Melatonin. So wird in Studien eine hemmende Wirkung auf Tumorwachstum und Zellschutz beziehungsweise die DNA-Reparatur untersucht.

 

Woher stammt Melatonin?

Melatonin wird in jedem gesunden, menschlichen Körper produziert. Es gibt allerdings auch einige pflanzliche Lebensmittel, welche gewisse Mengen an Melatonin enthalten. Hierzu gehören unter anderem bestimmte Bohnen, Nüsse und Kirschen, aber auch einige Weintraubenarten oder Steinpilze. Hochwertiges Melatonin in reiner Form wird überwiegend aus pflanzlichen Grundstoffen synthetisiert.

 

Warum sollte man Melatonin supplementieren?

Natürlicherweise produziert der menschliche Körper jeden Abend Melatonin, schüttet dieses aus und signalisiert damit die Schlafenszeit. Angeregt wird die Produktion im Körper vor allem durch eine Veränderung des Tageslichts, welches zum Abend hin weniger Blauanteile aufweist. Aber auch andere Faktoren wie unser Gemütszustand, die körperliche Verfassung oder weitere äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle für die körpereigene Melatoninproduktion. Leider gelingt es unserem Körper heutzutage, im Zuge von langen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten, ständiger Erreichbarkeit, Termin- und Leistungsdruck, übermäßigem Medienkonsum, hellen Displays und vielen weitere Faktoren, immer seltener, die natürliche Melatoninproduktion auf einem konstant optimalen Level zu halten. Eine Supplementierung von Melatonin kann helfen, die Einschlafzeit zu verkürzen und dadurch die Schlafeffizienz zu steigern.

 

Seit wann ist Melatonin bekannt?

Melatonin wurde 1958 vom US Dermatologen Aaron B. Lernen entdeckt und benannt. Bereits Lernen war sich der beruhigenden Wirkung des Stoffes bewusst. Obwohl schon länger vermutet, fand allerdings erst der Österreicher Franz Waldhauser im Jahr 1990 heraus, dass Melatonin tatsächlich die Einschlafzeit verkürzt und für eine Erhöhung des REM-Schlaf Anteils sorgt.

 

Gibt es eine Überdosierung von Melatonin?

Auch in sehr hohen Dosierungen ist Melatonin ein nicht toxischer Stoff. Eine Überdosierung ist in diesem Sinne nicht möglich. Trotzdem sollte Melatonin nur vor dem Schlafengehen eingenommen werden und nicht tagsüber, da es den Körper müde macht, und durch Müdigkeit bedingt die Reaktionszeiten des Körpers verlängert.

 

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Klinische Studien zeigen keine Evidenz, dass es bei einer zweckmäßigen Nutzung von Melatonin gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen gibt. Grundsätzlich gilt, dass eine Einnahme des ernährungsphysiologisch wirksamen Melatonin immer dann mit dem Arzt abgesprochen werden sollte, wenn gleichzeitig verschreibungspflichtige Arzneimittel eingenommen werden. Auch Schwangere oder Stillende Frauen sollten vor der Einnahme von Melatonin ihren Arzt konsultieren.

 

Wofür wird Melatonin heute hauptsächlich eingesetzt?

Melatonin wird heute überwiegend und gezielt als Einschlafhilfe zur Verkürzung der Einschlafzeit und für einen dadurch gesunden, erholsamen und effizienten Schlaf eingesetzt. Entsprechende Nahrungsergänzungsmittel können Menschen mit Schlafstörungen helfen die subjektiven Beschwerden zu lindern, schneller einzuschlafen und eine höhere Schlafeffizienz zu erreichen. Darüber hinaus wird Melatonin eingesetzt um nach einer Flugreise über verschiedenen Zeitzonen hinweg die auftretenden subjektiven Jetlag-Symptome zu lindern.