Schlaflexikon

TRH – Das Thyrotropin Releasing Hormone im menschlichen Körper


3. Dezember 2018

TRH - das Thyrotropin Releasing Hormone - hat viele Funktionen im Körper. Doch wofür ist es genau wichtig? Und was hat es mit einem gesunden Schlaf zu tun?

TRH reguliert die normale Schilddrüsenfunktion

Mit der Entdeckung des Thyrotropin Releasing Hormones (TRH) und der Entschlüsselung dessen Funktionen im Stoffwechsel wurde ein bahnbrechender Grundstein in der neuroendokrinen Forschung gelegt. Dabei ist das Neuropeptid TRH, welches auch als Thyreoliberin bezeichnet wird, maßgeblich an der Regulation einer normalen Schilddrüsenfunktion beteiligt. Wie der Name bereits andeutet, wurde Thyreoliberin zunächst dafür bekannt, die Bildung und Freisetzung eines weiteren Botenstoffes, dem Thyrotropin, zu bewirken. Dabei wird das TRH erst durch die sogenannte Hypophysenpfortader zum Hypophysenvorderlappen transportiert und sorgt dort für die Produktion und Freisetzung des Thyrotropins. Das Thyrotropin wiederum ist ein Hormon, welches das Wachstum, die Iodaufnahme und die Hormonbildung in der Schilddrüse zur Folge hat. Thyrotropin gelangt über die Blutbahn zur Schilddrüse und beschleunigt in erster Instanz die Zellteilung der Schilddrüsenzellen, was zum Wachstum der Schilddrüse führt. Zum anderen wird die Iodaufnahme erhöht und es kommt dadurch zu einer vermehrten Bildung der iodhaltigen Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3).

Damit konstante, aber auch bedarfsgerechte, Blutkonzentrationen dieser Schilddrüsenhormone erreicht werden können, existiert zusätzlich ein negativer Rückkopplungsmechanismus. Hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen haben folglich eine hemmende Wirkung auf die Produktion und Freisetzung von Thyreoliberin und Thyrotropin. Dieses Zwischenspiel der einzelnen Botenstoffe wird Schilddrüsenregelkreis genannt und Störungen in diesem System sind mit einigen erheblichen Erkrankungen verbunden, darunter das Pickardt-Syndrom oder Hypo- und Hyperthyreosen. Um Fehler in diesem Regelkreis auszuschließen, wird von Medizinern dabei häufig der sogenannte TRH-Test zur Überprüfung der Stimulierbarkeit der Hypophyse durch TRH durchgeführt.

TRH-Tests

TRH in der Schlaf-Wach-Regulation

Im Gegensatz zu anderen Releasing-Hormonen scheint Thyreoliberin aber generell nur zu einem sehr geringen Teil unter der Feedback-Kontrolle der Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu stehen. Dies ist damit zu erklären, dass ein größerer Teil des Thyreoliberins eher eine direkte Wirkung im Gehirn hat, die nichts mit der Funktion im Schilddrüsenregelkreis zu tun hat. So wurden mehr als zwei Drittel aller TRH-Moleküle in den verschiedensten Hirnarealen gefunden, die nicht für eine neuroendokrine Wirkung im Schilddrüsenregelkreis verantwortlich sind. Es ist also nicht verwunderlich, dass Thyreoliberin, ausgehend von seiner anatomischen Verteilung im Gehirn, als Neurotransmitter an einer weitaus größeren Zahl an Steuerungsvorgängen beteiligt ist.

So spielt TRH zum Beispiel in der Thermoregulation, der Schmerzunterdrückung, der Hemmung von Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und der Schlaf-Wach-Regulation eine wichtige Rolle. Die Funktion von TRH in der Schlaf-Wach-Regulation wird beispielsweise damit begründet, dass erhebliche Mengen an TRH im Zentrum des circadianen Systems des Gehirns zu finden sind. Dieses Hirnareal ist im Hypothalamus gelegen und wird als suprachiasmatischer Kern bezeichnet. Außerdem gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien, die die Wechselbeziehungen zwischen TRH und anderen biologischen Systemen mit circadianer Aktivität belegen. Es ist auch bekannt, dass allein die Freisetzung von TRH selbst in einem circadianen Rhythmus unter der Kontrolle des suprachiasmatischen Kerns erfolgt.

Es konnte schlussendlich in zahlreichen Experimenten gezeigt werden, dass TRH in der Lage ist, sowohl Wachphasen zu verlängern, als auch Schlafphasen zu verringern. So wird beispielsweise auch ein Zusammenhang zwischen TRH und einer gestörten Schlaf-Wach-Regulation in Patienten mit Depressionen vermutet. Die exakten Mechanismen und zu Grunde liegenden molekularen Wirkungsweisen sind dabei aber bis heute noch nicht vollends aufgeklärt. Untersuchungen der therapeutischen Wirkung und des pharmakologischen Nutzens von Thyreoliberin sind deshalb Gegenstand aktueller Forschungen.

Fragen und Fakten zum Thema TRH

TRH ist entscheidend für die Bildung und Freisetzung eines weiteren Botenstoffes, dem Thyrotropin. Dieses ist wiederum wichtig für das Wachstum der Schilddrüse, der Aufnahme von Iod und der Produktion der Schilddrüsenhormone.
TRH spielt zum Beispiel in der Thermoregulation, der Schmerzunterdrückung, der Hemmung von Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und der Schlaf-Wach-Regulation eine wichtige Rolle.
Der TRH-Test dient dazu, Fehler im Regelkreis der Schilddrüse auszuschließen. Mediziner überprüfen dabei, ob Patienten immer noch auf TRH reagieren können.
TRH hat eine erwiesene Funktion in der Schlaf-Wach-Regulation. Dabei soll es in der Lage sein, sowohl Wachphasen zu verlängern, als auch Schlafphasen zu verringern. So wird beispielsweise auch ein Zusammenhang zwischen TRH und einer gestörten Schlaf-Wach-Regulation in Patienten mit Depressionen vermutet.

Quellen: