Schlafmagazin

Schlaf dich schön?


7. Januar 2019

Schlafen wir zu wenig, bekommen wir Augenringe und werden dick. Erholsamer Schlaf hingegen lässt unsere Haut strahlen und macht uns schlank. Was ist wirklich dran am Mythos des Schönheitsschlafs?

  1. Der Mythos des Schönheitsschlafs
  2. Zu wenig Schlaf macht blass und dick
    1. Schlafmangel lässt die Haut altern
    2. Schlafmangel ist schlecht für die Figur
  3. Erholsamer Schlaf macht strahlend und schlank
    1. Frischer Teint durch bessere Durchblutung
    2. Wachstumshormon gegen Falten
    3. Schlaf baut Stress ab und strafft die Haut
    4. Schlank im Schlaf
  4. Mythos oder Wahrheit?
  5. Fragen und Fakten zum Thema Schönheitsschlaf

Der Mythos des Schönheitsschlafs

Rote, geschwollene und dunkel unterlaufene Augen, blasse, trockene Haut. Kommt der Schlaf zu kurz, sind das die wenig ästhetischen Folgen. Auf Dauer kann Schlafmangel sogar zu Übergewicht führen. Guter Schlaf macht dagegen schön – denn er ist gut für die Haut und die Figur. Gibt es den Schönheitsschlaf wirklich? Oder ist er nur ein Mythos?

Für Richard Rohrer vom Zentrum für Schlafmedizin am Klinikum Saarbrücken ist die Antwort klar. „Schlaf ist in jeder Hinsicht wichtig für die Erholungsfunktion unseres Körpers“, wird der Neurologe in der Welt zitiert. Doch warum ist das so? Was passiert eigentlich, wenn wir schlafen und wie wirkt sich der Schlaf auf unsere Haut, unsere Figur – kurzum auf unsere Schönheit aus?

Zu wenig Schlaf macht blass und dick

Um zu verstehen, wie genau sich guter Schlaf auf unser äußeres Erscheinungsbild auswirkt, sollte zunächst die Frage geklärt werden, welche Folgen ein Schlafmangel hat: Wer nicht genug schläft, schadet seiner Haut und seiner Figur. Warum ist das so?

Schlafmangel lässt die Haut altern

Schlafmangel greift unsere Haut an. Bereits am Tag nach einer wenig erholsamen Nachtruhe zeigt sich das in Form von Augenringen und blasser Haut. Nach mehreren Wochen ohne guten Schlaf entstehen auf der Haut feine Linien und Hyperpigmentierung. Die Haut wird insgesamt schlaffer.

Dafür gibt es mehrere Ursachen: Einerseits kann Schlafmangel zu niedrigem Blutdruck führen. Das macht die Haut stumpf und die Augen schwellen an. Augenringe entstehen, weil durch den Schlafentzug der Kreislauf aus dem Takt gerät und die Blutgefäße weniger gut durchblutet, beziehungsweise mit dunklerem, sauerstoffärmerem Blut versorgt werden. Das zeigt sich zuerst unter den Augen, da dort die Haut besonders dünn ist. Für die schlaffe und faltige Haut ist Forschern zufolge das Stresshormon Cortisol verantwortlich: Nach einer kurzen Nacht wird mehr Cortisol ausgeschüttet als üblich – das schwächt das Bindegewebe und treibt die Hautalterung schneller voran.

Falten um Auge
Schläft man zu wenig, bekommt man schneller Falten.

Schlafmangel ist schlecht für die Figur

Auch die Figur leidet unter zu wenig Schlaf. Wer wenig erholt in den Tag startet, hat nämlich mehr Hunger. Das liegt an dem Zusammenspiel zweier Hormone: Das Hormon Ghrelin macht uns hungrig, es wird im Magen ausgeschüttet. In den Fettzellen wird dagegen das Hormon Leptin gebildet, welches den Appetit zügelt. Schlafmangel bewirkt, dass im Magen dauerhaft mehr von dem Hungermacher Ghrelin und in den Fettzellen dauerhaft weniger von dem Appetitzügler Leptin produziert wird (Quelle: www.evidero.de). Somit fördert Schlafentzug den Appetit und kann dadurch auf lange Sicht indirekt zu Übergewicht führen.

Erholsamer Schlaf macht strahlend und schlank

Nun wissen wir, welche negativen Auswirkungen Schlafentzug auf unsere Haut und unsere Figur hat. Doch was steckt hinter dem Mythos des Schönheitsschlafs? Wie genau trägt erholsamer Schlaf zu einer jugendlich wirkenden Haut bei und kann er womöglich sogar dafür sorgen, dass wir abnehmen?

Frischer Teint durch bessere Durchblutung

Damit wir gut einschlafen können, muss die Körpertemperatur absinken. Deswegen durchblutet der Körper vor dem Schlafengehen die Haut stärker – besonders am Kopf, in den Händen und den Füßen. Dadurch wird die Wärme nach außen gelenkt und die Körpertemperatur sinkt. Die bessere Durchblutung versorgt die Hautzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen, Abfälle des Stoffwechsels können nun besser abtransportiert werden. Durchschnittlich benötigt ein erwachsener Mensch zwischen sieben und acht Stunden Schlaf, um am nächsten Morgen mit einem frischen Teint aufzuwachen.

Wachstumshormon gegen Falten

Im Schlaf – ganz besonders in der Tiefschlafphase – stellt die Hirnanhangdrüse das Wachstumshormon Somatropin (HGH) her. Indem es die Zellerneuerung beschleunigt, sorgt HGH dafür, dass sich unsere Haut regenerieren kann. Das Hormon unterstützt den Körper sozusagen dabei, Schäden zu reparieren. Kleinere Mimikfältchen verschwinden so über Nacht.

Zu wenig Schlaf oder eine Störung der Tiefschlafphase machen sich dagegen sofort negativ bemerkbar: Die Haut wird dünner und faltiger. Neben ausreichend Schlaf sollten wir für eine schöne Haut außerdem das Gesicht vor dem Zubettgehen von allen Make-Up-Resten und Schmutz befreien.

Schlaf baut Stress ab und strafft die Haut

Am Abend schüttet die Zirbeldrüse das Müdigkeitshormon Melatonin aus, welches unseren Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. In der Folge schlägt der Puls langsamer, der Blutdruck sinkt, wir werden ruhig, entspannt und müde. Sobald wir eingeschlafen sind, läuft die Produktion des Stresshormons Cortisol auf Sparflamme. Cortisol schwächt das Bindegewebe, lässt die Haut erschlaffen und schneller altern. Im Schlaf werden Eindrücke verarbeitet, Stress wird abgebaut. Nach einem guten Nachtschlaf erwachen wir daher erholt und mit strafferer, strahlender Haut.

Schlank im Schlaf

Doch nicht nur unsere Haut profitiert, sondern auch unsere Figur. Das Wachstumshormon Somatropin unterstützt nämlich auch den Abbau von Fettzellen. Nachts fastet unser Körper und wird unnötiges Fett los. Gleichzeitig bewirkt ein tiefer und ruhiger Schlaf, dass das Zusammenspiel des Hungermachers Ghrelin und des Appetitzüglers Leptin im Gleichgewicht ist. Daher essen wir nach einer erholsamen Nacht weniger, als wenn wir nicht ausgeschlafen sind. Doch aufgepasst: Zu viel Schlaf ist auch ungesund und geht mit Gewichtszunahme einher.

Abnehmen: Frau in zu großer Jeans, im Hintergrund Waage
Im Schlaf baut der Körper Fett ab.

Mythos oder Wahrheit?

Der Mythos des Schönheitsschlafs ist damit bestätigt. Guter Schlaf ist nicht nur gesund und macht fit, er macht uns auch schöner. Schlafprobleme sollten also auch unter Beauty-Gesichtspunkten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Fragen und Fakten zum Thema Schönheitsschlaf

Der Begriff Schönheitsschlaf lässt sich am besten mit folgender Aussage erklären: Wer gut schläft, tut etwas für seine Schönheit. Gemeint sind dabei die positiven Auswirkungen des Schlafes auf Haut und Figur.
Schlafmangel kann zu niedrigem Blutdruck führen. Das macht die Haut stumpf, die Augen schwellen an. Augenringe entstehen infolge einer durch den Schlafentzug bedingten, schlechteren Durchblutung. Nach einer kurzen Nacht wird das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet – das schwächt das Bindegewebe und treibt die Hautalterung schneller voran.
Schlafmangel bewirkt, dass der Körper dauerhaft mehr von dem Hungermacher Ghrelin und weniger von dem Appetitzügler Leptin produziert. Somit fördert Schlafentzug den Appetit und kann dadurch auf lange Sicht indirekt zu Übergewicht führen.
Damit wir einschlafen können, muss die Körpertemperatur sinken. Dies geschieht durch eine bessere Durchblutung des Kopfes, der Hände und der Füße, wodurch die Wärme nach außen gelenkt wird. Durch die angekurbelte Durchblutung werden die Hautzellen besser versorgt und Stoffwechselabfälle schneller abtransportiert. Das Wachstumshormon Somatropin, welches vor allem in der Tiefschlafphase im Körper ausgeschüttet wird, beschleunigt die Zellerneuerung und damit die Hautregeneration. Außerdem werden im Schlaf deutlich kleinere Mengen des hautschwächenden Stresshormons Cortisol ausgeschüttet.
Das Wachstumshormon Somatropin, welches im Tiefschlaf vermehrt ausgeschüttet wird, unterstützt den Abbau von Fettzellen. Gleichzeitig bewirkt ein tiefer Schlaf, dass das Zusammenspiel des Hungermachers Ghrelin und des Appetitzüglers Leptin im Gleichgewicht ist. Daher essen wir nach einer erholsamen Nacht weniger, als wenn wir nicht ausgeschlafen sind.
Empfohlen sind sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Doch das individuelle Schlafbedürfnis variiert von Mensch zu Mensch.
Der Mythos konnte bestätigt werden. Es ist wahr, dass guter Schlaf positive Auswirkungen auf unsere Haut und unsere Figur hat.