Schlafmagazin

Schwere Decke gegen Schlafprobleme


31. Januar 2019

Schwere Bettdecken, sogenannte Gewichtsdecken, sollen helfen bei Schlafproblemen – und werden sogar zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt. (Wie) Funktioniert das?

  1. Schlaflose Nächte
  2. Immer mehr Menschen leiden unter Schlafproblemen
  3. Eine schwere Decke als Rettung?
  4. So funktioniert`s
  5. So fühlt sich’s an
  6. Fragen und Antworten zum Thema Gewichtsdecke

Schlaflose Nächte

Jeder kennt sie, die schlaflosen Nächte: Hundemüde schleppt man sich ins Bett, checkt im Liegen noch ein letztes Mal seine Mails und geht in Gedanken schon einmal die Herausforderungen des morgigen Tages durch – und plötzlich ist man hellwach. Man wälzt sich stundenlang von einer Seite auf die andere, schaut ständig auf die Uhr, hört ein Hörbuch nach dem anderen und auf einmal ist es 7 Uhr – Zeit zum Aufstehen. Oft sind solche Schlafstörungen verbunden mit Leistungsdruck, sie können aber auch von psychischen Erkrankungen herrühren.

Frau wachliegend
Die Zahl der Menschen, die unter Schlafproblemen leiden, steigt.

Immer mehr Menschen leiden unter Schlafproblemen

Laut dem Gesundheitsreport der DAK-Krankenkasse von 2017 haben in Deutschland immer mehr Menschen Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Seit 2010 sind die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 66 Jahren um ganze 66 Prozent gestiegen.

Laut der repräsentativen Umfrage schlafen 80 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland schlecht – das entspricht hochgerechnet etwa 34 Millionen Menschen. Unter besonders schweren Schlafproblemen leidet etwa jeder zehnte Arbeitnehmer. Im Vergleich zu 2010 schlucken mittlerweile mehr als doppelt so viele Arbeitnehmer regelmäßig Schlafmittel.

Eine schwere Decke als Rettung?

Wer nach einer Lösung für seine Schlafprobleme sucht und Schlafmitteln, welche ohnehin keine Dauerlösung sein können, skeptisch gegenübersteht, für den könnte eine Gewichtsdecke die Rettung sein. Eine Gewichtsdecke soll entspannend wirken und das Einschlafen erleichtern. Sie sollte etwa zehn Prozent des Körpergewichtes ihres Nutzers auf die Waage bringen. Bei einer 60 Kilogramm schweren Person empfiehlt sich also eine sechs Kilo schwere Gewichtsdecke. Für das Gewicht der Decke sorgen beispielsweise Plastikkügelchen in ihrem Inneren.

So funktioniert`s

Doch wozu soll das hohe Gewicht der Bettdecke eigentlich nützlich sein und wie soll es gegen Schlafprobleme helfen? Was passiert im menschlichen Körper, wenn durch die Bettdecke gleichmäßiger Druck auf ihn ausgeübt wird?

In der Medizin sind Gewichtsdecken als Therapieform schon seit einiger Zeit in Gebrauch. Sie werden im Rahmen der Behandlungsmethode „Deep Pressure Touch Stimulation“ (DTPS) eingesetzt und helfen zum Beispiel Menschen mit Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder Autismus. Das zugrundeliegende Prinzip: Gleichmäßiger Druck führt – im Gegensatz zu leichten Berührungen – zu einer Entspannung des Nervensystems.

DTPS funktioniert ähnlich wie eine Massage: Durch das Gewicht der Bettdecke wird gleichmäßiger Druck auf die Muskulatur und das Nervensystem ausgeübt. Das führt dazu, dass der Körper vermehrt das Glückshormon Serotonin ausschüttet. Mit steigendem Serotoninspiegel sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol, gleichzeitig wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin angekurbelt. Das macht uns müde und entspannt. Stresszustände können durch diesen Effekt abgebaut und so das Einschlafen erleichtert werden.

So fühlt sich’s an

„Wenn du dich mit der Gewichtsdecke zudeckst, fühlt es sich an, als ob dich ein anderer Mensch in den Arm nimmt“, erklärt eine Testperson auf der Webseite eines Gewichtsdeckenherstellers. Falls du – wie so viele andere auch – unter regelmäßigen Schlafproblem leidest, könnte dir eine Gewichtsdecke also wirklich helfen.

Fragen und Antworten zum Thema Gewichtsdecke

Eine Gewichtsdecke ist eine Bettdecke, die beispielsweise mit Plastikkügelchen gefüllt ist und dadurch deutlich schwerer ist als eine herkömmliche Bettdecke. Sie soll bei Schlafproblemen und psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Autismus helfen.
Das empfohlene Gewicht einer Gewichtsdecke richtet sich nach dem Körpergewicht ihres Nutzers. Sie sollte etwa zehn Prozent des Körpergewichtes wiegen. Bei einer 60 Kilogramm schweren Person empfiehlt sich also eine sechs Kilo schwere Gewichtsdecke.
In der Medizin werden Gewichtsdecken im Rahmen der Behandlungsmethode „Deep Pressure Touch Stimulation Therapy“ (DTPS) beispielsweise zur Behandlung von Angststörungen, ADHS oder Autismus eingesetzt. Sie sollen auch bei Schlafproblemen helfen.
Durch das Gewicht der Bettdecke wird gleichmäßiger Druck auf die Muskulatur und das Nervensystem ausgeübt. Das lässt den Serotoninspiegel (Glückshormon) steigen und den Cortisolspiegel (Stresshormon) sinken. Das Schlafhormon Melatonin wird vermehrt ausgeschüttet. Dieser Effekt kann hilfreich sein, zum Beispiel in der Behandlung von Schlafproblemen, Angststörungen oder Autismus.

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